Pressemitteilung | 15.03.2024

Zukunftskonzept für Rotkreuzklinik Lindenberg liegt vor: Eigenverwaltungsverfahren kurz vor erfolgreichem Abschluss

Zukunftskonzept für Rotkreuzklinik Lindenberg liegt vor: Eigenverwaltungsverfahren kurz vor erfolgreichem Abschluss 

* Vorlage des Insolvenzplans beim Amtsgericht bis 31. März 2024
* Gerichtliche Aufhebung des Eigenverwaltungsverfahrens bis Ende April angestrebt
* Richtungsweisende Maßnahmen zur wirtschaftlich nachhaltigen Gestaltung der Rotkreuzklinik Lindenberg 
* Ausbau der Leistungen in den Bereichen Ambulantisierung und Altersmedizin
* Notfallversorgung bleibt in reduzierter Form aufrechterhalten 
* Medizinische Versorgung in Lindenberg und Umgebung weiterhin sicher
* Erhalt der Klinik durch positiven Abschluss der Eigenverwaltung steht bevor

Lindenberg im Allgäu, 15. März 2024. Mit dem Ziel, das Eigenverwaltungsverfahren bis Ende April 2024 erfolgreich abzuschließen, wird die Rotkreuzklinik Lindenberg dem zuständigen Amtsgericht den Insolvenzplan bis Ende März vorlegen. Seit dem 13. Juli 2023 befindet sich die Rotkreuzklinik Lindenberg in einem Sanierungsverfahren mit dem Ziel einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Ausrichtung für die Zukunft. Sobald das zuständige Amtsgericht in München und die beteiligten Gläubiger dem ausgearbeiteten Insolvenzplan zustimmen, kann das Eigenverwaltungsverfahren für die Rotkreuzklinik aufgehoben werden. 

Caroline Vogt, Geschäftsführerin der Rotkreuzklinik Lindenberg, erklärt: „Das Einreichen des Insolvenzplans bei Gericht ist für uns ein entscheidender Meilenstein in der Sanierung. Wir sind dankbar, dass viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit uns diesen Schritt weiterhin gehen und Vertrauen in die Zukunft unserer Einrichtung haben. Sie haben gemeinsam mit unserem Sanierungsteam in den vergangenen Monaten eine beachtliche Arbeit geleistet, an deren Ende der Erhalt und die zukunftsfähige Ausrichtung unserer Klinik steht. Auch unseren Patientinnen und Patienten gilt unser Dank und unsere Versorgungszusage.“
Nach Verfahrensaufhebung tritt das Haus planmäßig in eine Umsetzungsphase ein, in der die Rotkreuzklinik weiterhin von Branchenexperten operativ in der konkreten Ausgestaltung des Sanierungsplans begleitet wird. Damit wird das Zielbild für die Rotkreuzklinik Lindenberg über das gerichtliche Verfahren hinaus in einer weiteren Transformationszeit operativ verfestigt. Diese Phase wird voraussichtlich bis Juli 2024 andauern.

Ausrichtung und Notfallversorgung
Als wesentliche Eckpunkte sieht der Sanierungsplan insbesondere eine Konkretisierung des Leistungsspektrums in den Bereichen der Grund- und Regelversorgung vor, der Ausbau und die Leistungssteigerung in Schwerpunktbereichen sollen stationäre und ambulante Versorgungsbedürfnisse der Region bestmöglich abbilden. 

„Wir gehen davon aus, dass ca. 65 bis 70 Prozent des Patientenaufkommens weiterhin in unserem Haus behandelt werden können. Durch den weiteren Betrieb der Notfallambulanz stehen wir insbesondere weiter für den Rettungsdienst im Rahmen unserer Ausrichtung zur Verfügung“, konkretisiert Caroline Vogt. Weitere detaillierte Informationen zur Notfallversorgung erfolgen zu gegebenem Zeitpunkt, wenn der Austausch mit den Kooperationspartnern abgeschlossen ist.

Onkologie und Kardiologie
Hochkomplexe Eingriffe, wie größere Tumoroperationen, werden künftig an darauf spezialisierte Häuser überwiesen. Die Behandlungen erfordern regelmäßig eine intensivmedizinische Überwachung, welche zukünftig nicht mehr zum Leistungsspektrum der Rotkreuzklinik gehört. Auch die Kardiologie wird in der bestehenden Form nicht weiter durch die geplante Krankenhausreform abgebildet. Für den Erhalt der Abteilung müsste die Rotkreuzklinik Lindenberg künftig ein Herzkatheterlabor vorhalten. Die dafür erforderlichen Investitionen sieht das Sanierungskonzept allerdings an anderen Stellen für eine flächendeckende Versorgung vor.
Weiterhin behandelt werden in der Rotkreuzklinik Lindenberg Patientinnen und Patienten mit Herzproblemen, zum Leistungsspektrum gehört nach wie vor insbesondere die Behandlung von Herzinsuffizienzen und leichteren Arrhythmien. Besteht der Verdacht auf schwere Arrhythmien oder einen Herzinfarkt, erfolgt eine schnellstmögliche Verlegung in entsprechend spezialisierte Häuser, in denen den Patienten eine auf sie abgestimmte Behandlung angeboten wird. 
„Wir möchten betonen, dass unsere Klinik auch zukünftig niemanden abweisen wird. Notfallpatientinnen und Notfallpatienten werden soweit möglich vor Ort behandelt und soweit notwendig in umliegende Häuser verlegt. Essenziell hierfür ist unsere Hubschrauberlandestelle, die weiterhin erhalten bleiben wird“, führt Caroline Vogt fort.
Altersmedizin und ambulantes Angebot
Einen Schwerpunkt setzt die Klinik auf die Altersmedizin und reagiert damit auf eine stetig alternde Bevölkerung in der Region. Der Sanierungsplan sieht vor, durch die Spezialisierung insbesondere älteren Menschen in Zukunft qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung anzubieten. 

Der Großteil aller in Lindenberg durchgeführten Operationen kann weiterhin in der Rotkreuzklinik stattfinden, allerdings keine hochkomplexen Eingriffe. Abschließend sagt Vogt: „Mit der Sanierung haben wir in Lindenberg die Krankenhausreform bereits vorgezogen und Maßnahmen ergriffen, mit denen wir auch in den kommenden Jahren eine verlässliche Adresse für unsere Patientinnen und Patienten bleiben. Wir sind froh, eine Lösung für den Gesundheitsstandort Lindenberg gefunden zu haben, die nicht nur unserem Versorgungsauftrag, sondern auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestmöglich gerecht wird. Mit dem Beginn der Umsetzung des Konzepts gehen wir einen großen Schritt in diese Richtung.“
Das Sanierungskonzept ist darauf ausgelegt, die Klinik nicht nur wirtschaftlich zu stabilisieren, sondern diese Stabilität auch langfristig zu erhalten. So soll beispielsweise konkret durch die Nutzung synergetischer Effekte eine höhere Effizienz der Klinik erzielt werden. Die Rotkreuzklinik arbeitet hierbei eng mit der örtlichen Berufsfachschule für Pflege zusammen, welche ebenfalls in der Trägerschaft der Schwesternschaft München steht. 
Bei der Sanierung wird die Klinik von Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Dr. Beck & Partner als Sachwalter sowie von Dr. Mark Boddenberg und Markus Kohlstedt von der Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte als Generalhandlungsbevollmächtigte unterstützt. Die Sanierungsexperten haben in Zusammenarbeit mit der Klinikdirektion sowie unter genauer Berücksichtigung der Interessen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Patientinnen und Patienten das Sanierungskonzept entworfen und werden die Umsetzung begleiten. 

Über ECKERT Rechtsanwälte:
ECKERT Rechtsanwälte, mit Hauptsitz in Hannover, gehört zu den führenden deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzkanzleien. Die Spezialisten der Sozietät sind sowohl beratend auf Unternehmensseite als auch als Insolvenzverwalter, Sachwalter und Zwangsverwalter tätig. Besondere Expertise besteht zudem bei der Sanierung von Krankenhausträgern. Dazu zählen die Imland Kliniken, „DRK gem. Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg“, „ViaSalus“, die Klinikgruppe Josef-Hospital in Delmenhorst sowie die Paracelsus-Klinikgruppe, mit mehreren Einzelgesellschaften und 24 Klinikstandorten eine der größten Konzerninsolvenzen der letzten Jahre. Die Kanzlei beschäftigt 148 Mitarbeiter an 17 Standorten, davon sind 35 Berufsträger.

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CONSILIUM Rechtskommunikation GmbH
RA Martin Wohlrabe
wohlrabe@consilium.media 
030 - 20 29 12 97

Rotkreuzklinik Lindenberg gGmbH
Kliniken der Schwesternschaft München
Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Ines Stefanie Wagner
presse-rkl@swmbrk.de
089 - 13 03 16 10




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